Info-Center / Angsterkrankungen
Generalisierte Angststörung
Die generalisierte Angststörung beginnt oftmals schleichend und steht meistens im Zusammenhang mit starken Belastungen im Privat- oder Berufsleben, welche über einen längeren Zeitraum andauern.
Immer in Sorge
Die generalisierte Angststörung ist geprägt von ständigen Sorgen oder Befürchtungen, verbunden mit anhaltender Unruhe und vielfältigen körperlichen Symptomen.
Inhalt der Angst ist in den meisten Fällen eine unbegründete Sorge und Befürchtungen vor zukünftigen Unglücken oder Erkrankungen, die einen selbst oder Angehörige betreffen, sowie eine große Anzahl weiterer Sorgen und Vorahnungen. Der Betroffene ist nur wenig oder gar nicht in der Lage die alltäglichen Aufgaben zu bewältigen. Er hat Angstzustände, die kaum Kraft für einen normalen Lebenswandel lassen. Die Angstzustände treten bei vielen Situationen auf. Der Betroffene bekommt Angst in einfachen und ganz alltägliche Situationen, in denen die Angst des Betroffenen für gesunde Menschen nicht nachzuvollziehen ist. Die Ängste und Sorgen umfassen vor allem folgende Bereiche:
- Familiäre / soziale Beziehungen
- Arbeit und Leistung
- Gesundheit
- Finanzen
- Alltägliches
Die Angst ist einfach da, der Betroffene weiß nicht warum, woher sie kommt oder warum sie nicht weggeht. Menschen mit einer generalisierten Angststörung sind meist sehr schreckhaft und haben immer das Gefühl, gehetzt und "kurz vor dem Durchdrehen" zu sein.

Man kann vom Vorliegen einer generalisierten Angststörung ausgehen, wenn folgende Symptome mindestens mehrere Wochen, meist mehrere Monate lang an den meisten Tagen erfüllt sind:
- Befürchtungen (Sorge über zukünftiges Unglück, Nervosität, Konzentrationsprobleme etc.)
- motorische Spannung (körperliche Unruhe, Spannungskopfschmerz, Zittern, Unfähigkeit, sich zu entspannen)
- vegetative Übererregbarkeit (Benommenheit, Schwitzen, Tachykardie oder Tachypnoe, Oberbauchbeschwerden, Schwindelgefühle, Mundtrockenheit etc.)
Die Angst manifestiert sich bei den Patienten durch körperliche Beschwerden wie Zittern, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, innere Unruhe, Unfähigkeit, sich zu entspannen, Hitzewallungen, Muskelverspannungen, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Schlafstörungen, Spannungskopfschmerz, Benommenheit, Kribbeln. Und gerade weil die körperlichen Symptome scheinbar im Vordergrund stehen, wird eine Angststörung sehr oft viel zu spät erkannt. Im Schnitt dauert es 7 Jahre, bis nach Beginn der ersten Krankheitszeichen, die richtige Diagnose gestellt wird.
Dabei ist die generalisierte Angststörung gut behandelbar, vor allem dann, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Dauert sie hingegen unbehandelt über Jahre an, erkranken mehr als die Hälfte der Betroffenen zusätzlich noch an einer Depression.
Siehe auch im Info-Center unter "Therapie bei Angsterkrankungen" und unter "Antikonvulsiva / Antiepileptika" sowie "Benzodiazepine".