Info-Center / Angsterkrankungen

Selbsthilfe - Angstbewältigung

Zu aller erst sei Dir angeraten: Suche frühzeitig fachliche Hilfe! Ganz alleine kannst Du es unmöglich schaffen!

Die Selbsthilfe ist jedoch wichtige Ergänzung bei einer Therapie. Folgende Vorschläge können Dir vielleicht auf Deinem Weg behilflich sein:

Binde eine Freundin oder einen Freund ein

Vertrau Dich jemanden an, der Dir nahesteht. Bitte diesen Menschen, Dich auf Deinem Behandlungsweg zu unterstützen. Wieso ein Freund und nicht der Lebenspartner oder Familienangehörige? Weil diese meistens schon durch das enge Zusammenleben überlastet sind. Suche Dir also jemanden der "außen steht", Dir aber "nahe steht".

Führe ein Tagebuch

Fasse Deine Angst in Worte. Führe ein Tagebuch, in welchem Du strukturiert Deine Ängste, Sorgen, Gefühle, Gedanken und körperliche Veränderungen einträgst. Notiere, was Deine Ängste und Sorgen auslöst, was dies verstärkt oder was dies abschwächt. Allein das Schreiben kann Deine Angst greifbarer und damit auch begreifbarer machen. Weiterhin lässt sich das tatsächliche Eintreten von befürchteten Ereignissen mit Deiner diesbezüglichen Erwartung vergleichen. Das Ergebnis wird Dich beruhigen. Schließlich kann das Tagebuch Deinem Therapeuten dabei helfen, die Therapie auf Dich abzustimmen.

Entspanne Dich

Es gibt die verschiedensten Techniken zur Entspannung. Hierzu gibt es Literatur und günstige Kurse an Volkshochschulen. Bei Angsstörungen haben sich besonders die "Progressive Muskelentspannung" und auch das "autogene Training" bewährt. Die Techniken können Dir in Akutsituationen helfen, Deine Energiereserven erhöhen oder auch das Einschlafen erleichtern.

Stärke durch Gemeinsamkeit

Es gibt unglaublich viele Menschen, denen es genau wie Dir geht! Ein adäquates Mittel zur Selbsthilfe ist eine Selbsthilfegruppe. Weiterhin kannst Du Dich in unserem (und natürlich auch in einem anderen) Forum austauschen. Doch sei diesbezüglich vorsichtig. Austausch ist gut, alleiniger Rückzug in´s Internet ist schlecht!

Bewege Dich

Wenn Dein Körper fit ist, wirken sich sich die mit der Angst verbundenen, körperlichen Beschwerden erwiesenermaßen nicht so stark aus. Bleibe also in Bewegung. Mache z.B. regelmäßige Spaziergänge, gehe Schwimmen oder treibe einen Sport, welcher Dir auch Spaß bereitet.

Verstehe die Angst

Setze Dich mit Deiner Krankheit auseinander. Du wirst erkennen, dass Deine Angststörung eine übersteigerte, aber ansonsten "normale" Reaktion ist. Erst wenn Du verstehst, wie der Kreislauf aus Angst und Sorge funktioniert, hast Du Die Chance diesen zu unterbrechen und Deine Angst auf ein weniger intensives und erträgliches Maß zu reduzieren.

Die 10 "goldenen" Regeln

Diese zehn Leitsätze haben schon vielen Betroffenen geholfen, mit Ihrer Krankheit besser umzugehen. So simpel sie auch klingen!

 

  1. Mache Dir bewusst, dass Angstgefühle, Sorgen und die damit einhergehenden körperlichen Beschwerden übermäßig heftige, aber ansonsten "normale" Stressreaktionen sind!
  2. Weder die Angst, die Sorgen noch die körperlichen Symptome können Deiner Gesundheit schaden!
  3. Verstärke Angstreaktionen und Sorgen auf keinen Fall durch Fantasievorstellungen, welche Deine Furcht erregen!
  4. Bleibe in der Realität! Beobachte und beschreibe, was um Dich herum tatsächlich passiert!
  5. Blicke Deiner Angst oder Deinen Sorgen in´s Auge! Ganz bewusst und solang, bis die unangenehmen Gefühle von allein nachlassen!
  6. Beobachte bewusst, wie Angst und Sorgen zurückgehen!
  7. Gehe Angstsituationen NICHT aus dem Weg!
  8. Setze Dich im Gegenteil sogar den Situationen aus, die Dir Angst machen!
  9. Sei stolz auf jeden Erfolg, auch auf noch so kleine Erfolge!
  10. Nimm Dir in Angstsituationen Zeit!

 

Ihr findet diese Regeln auch im Forum als PDF-Datei zum Herunterladen. Weiterhin findet Ihr dort auch die Vorlage für ein Stimmungstagebuch.

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