Info-Center / Angsterkrankungen
Ursachen der krankhaften Angst
Die Ursachen sind vielfältig und meistens kommen mehrere Faktoren zusammen, damit die Angst auch eine krankhafte wird. Es hängt auch davon ab, wie jeder einzelne Angst auslösende Situationen wahrnimmt, interpretiert und damit umgeht. Dies hängt wiederum davon ab, wie sich bei dem Betroffenen die seelische Verfassung, Stress und die familiäre Vorbelastung darstellt.
Seelische Verfassung
Der Umgang mit Sorgen und Ängsten wird in den ersten Jahren der Kindheit erlernt. Ein ängstlich, überbehütender Erziehungsstil kann in einigen Fällen die Entwicklung von Angsterkrankungen begünstigen.
Auch im Erwachsenenalter können sich Ängste durch Erlernen ausbilden und verstärken. So kann eine vormals neutral bewertete Situation durch ein angstbesetztes Erlebnis so stark mit Ängsten behaftet sein, dass der Betroffene versucht ist, vergleichbare Situationen zukünftig unter allen Umständen zu verhindern.
Stress
Zu viel Stress wird von unserem körperlichen und seelischen Empfinden oftmals mit Gefühlen der Angst beantwortet. Unser Organismus reagiert auf zu viel Belastung mit erhöhtem Herzschlag, kurzem Atem, trockenem Mund, feuchten Händen, Unkonzentriertheit oder Ruhelosigkeit.

Je nach Stärke (Höhe) der inneren Anspannung gehen wir unterschiedlich mit Stress und Belastungen um (siehe oben). Bei Betroffenen, deren innere Anspannung allgemein schon sehr hoch ist, bedarf es weniger Stress, bis "das Fass überläuft" und Angsreaktionen entstehen. Hier können schon objektiv weniger belastende Ereignisse als stark unangenehm und sogar als Angst empfunden werden.
Familiäre Vorbelastung
Auch die Vererbung spielt bei der Entstehung von Angsterkrankungen eine Rolle. Studien haben somit ergeben, dass in manchen Familien derartige Erkrankungen vermehrt vorkommen. Kinder von Betroffenen einer Angsterkrankung haben mithin auch ein deutlich höheres Risiko, ebenfalls zu erkranken.
Zusammenfassung
Ursächlich für eine Angsterkrankung ist regelmäßig nicht nur ein Faktor, vielmehr eine Kombination aus verschiedenen Umständen. Die Wichtigkeit dieser Faktoren kann individuell völlig unterschiedlich sein.
Für die Behandlung einer Angsterkrankung ist jedoch nicht zwingend erforderlich, die genauen Ursachen herauszufinden. Entscheidend ist vielmehr, die Krankheit zu erkennen und Rat und Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Angsterkrankungen sind wie Depressionen eine "echte Krankheit". Sie sind, genau wie bei der Depression, keine persönliche Schwäche oder gar Folge einer schwachen Persönlichkeit, schlechter Eltern oder einer schlechten Erziehung.
Eine Angsterkrankung ist eine Krankheit, die behandelt werden kann!