Info-Center / Depression
Was passiert im Kopf (Biochemie)
Depression / Angsterkrankung und Hirntätigkeit
Unser zentrales Nervensystem besteht aus mehreren Milliarden Nervenzellen, die in ihrer Gesamtheit, durch hochkomplizierte "Schaltpläne" untereinander vernetzt, alle unsere Körperfunktionen, unsere Bewegungen, unsere Wahrnehmung, unser Denken und Fühlen und noch einiges mehr steuern.
Die einzelnen Nervenzellen stehen durch "elektronische Impulse" und durch bestimmte "Botenstoffe" untereinander in Verbindung. Eine Nervenzelle erzeugt einen elektrischen Impuls und schickt ihn wie durch ein Kabel an eine andere Nervenzelle.
An der Nervenendigung wird die elektrische Information, der Impuls in eine chemische Information ( zum Beispiel Serotonin und /oder Noradrenalin) umgewandelt. Diese Botenstoffe übertragen die Botschaft auf den Fortsatz einer anderen Nervenzelle wo sie (wieder in einen elektrischen Impuls umgewandelt) weitergeleitet wird.
Bei der Depression und bei der Angsterkrankung findet man eine Störung der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin. Starke oder langandauernde psychische Belastungen, aber auch körperliche Erkrankungen können das Gleichgewicht dieser Botenstoffe stören. Ein Mangel an Serotonin und Noradrenalin in dem Spalt zwischen den Nervenendigungen bewirkt Kommunikationsstörungen im Netzwerk des Nervensystems, welche sich in den bei Angst und Depression bekannten körperlichen und psychischen Veränderungen zeigen.
Der Mangel an Botenstoffen (Neurotransmittern) steht in enger Beziehung zu den äußeren Anzeichen einer Depression oder Angsterkrankung, wie z.B. der Einschränkung von Gestik und Mimik, Appetitstörungen u.s.w.
Jeder kann an sich selbst die Bedeutung von Botenstoffen beobachten, wenn er Alkohol trinkt. Auch Alkohol beeinflusst über Botenstoffe die Hirnfunktion.

Stresshormone
Andere Erklärungsansätze stellen die Bedeutung der Stresshormone in den Mittelpunkt. Stress hat primär die evolutionsbiologische Funktion, durch die Ausschüttung von Stresshormonen im Organismus die Aufmerksamkeit und Anspannung zu erhöhen, um in Gefahrensituationen blitzschnell reagieren zu können.
Forschungen haben gezeigt, dass das Kontrollsystem für Stresshormone bei Depressionskranken gestört ist.