Info-Center / Depressionen
Alkohol und Depressionen
In Deutschland leben cirka 2,5 Millionen alkoholabhängige Menschen.
Ebenso wie Depressionen zählt also der Alkoholmißbrauch zu den häufigsten Störungen überhaupt. Grundsätzlich wissen alkoholabhängige Menschen sehr wohl, dass Alkohol für sie ein Problem darstellt. Leider fehlt aber meist die Kraft, der Wille und die Einsicht, sich in helfende Hände zu begeben.
Bedenklich oft treten Depression und Alkoholkrankheit gemeinsam auf. Es gibt jedoch bis heute keine eindeutige Erklärung über die ursächlichen Zusammenhänge.
Depressionen werden immer noch unzureichend erkannt. Betroffene und Angehörige wehren sich gegen die "peinliche" Diagnose.
Genau wie Depressionen ist die Alkoholsucht eine behandlungsbedürftige Krankheit. Die Depression und der Alkoholmißbrauch sind oftmals miteinander verbunden. Betroffene haben es hier besonders schwer, die Krankheit zu überwinden.
Wie kann meine Alkoholsucht behandelt werden?
Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit. Auch dann, wenn die depressiven Beschwerden abgeklungen sind, bleibt das Risiko des Alkoholrückfalls bestehen. Mithin gilt für die meisten Betroffenen ein Gebot zur unbedingten Alkoholabstinenz, da bereits ein einziges Glas einen absoluten Rückfall bedeuten kann.
Unbedingt ist das ärztlich-psychotherapeutische Gespräch zu empfehlen. Oftmals ist es schwierig, selbst mit engsten Angehörigen über die eigenen Probleme zu sprechen. Hier sind Arzt und Psychotherapeut eine wesentliche Hilfe. Neben Arztpraxen machen Beratungsstellen für Suchtkranke ein entsprechendes Gesprächsangebot. Auch in Selbsthilfegruppen besteht die Möglichkeit des Austauschs.
Medikamentöse Behandlung?
Bei Menschen, die neben der Alkoholproblematik andere behandlungsbedürftige Leiden haben, ist eine medikamentöse Behandlung durchaus notwendig und mithin sehr sinnvoll.
Es ist davon auszugehen, dass das Rückfallrisiko in den Alkohol bei Betroffenen mit der Diagnose Alkoholkrankheit UND Depression vermindert werden kann, wenn die Depression erfolgreich behandelt wird.
Zusammenfassung
Bei fast 30 Prozent der Menschen, die sich aufgrund einer Alkoholsucht in stationärer psychiatrischer Behandlung befinden, besteht gleichzeitig auch eine depressive Störung. Diese ist natürlich ebenso behandlungsbedürftig wie die Alkoholkrankheit selbst.
Liegen Sucht und Depression gleichzeitig vor, bedarf es der Kombination von Psychotherapie und medikamentöser Behandlung. Dadurch kann der Teufelskreis von "Sucht und Depression" unterbrochen werden.