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Elektrokrampftherapie
Die Elektrokrampftherapie (EKT) oder „Elektroschockbehandlung“ wurde erstmals im Jahr 1938 von einem italienischen Psychiater eingesetzt. Bis zur Entwicklung antidepressiver Medikamente hatte sie sich als die wirksamste Methode zur Behandlung schwerer Depressionen erwiesen. Nach wie vor gilt sie als unverzichtbar, um lebensbedrohliche und schwere Depressionen zu behandeln, die auf kein Medikament und keine andere Behandlungsmöglichkeit ansprechen. Nach den vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnissen ist sie die derzeit erfolgreichste Therapie für schwere, insbesondere wahnhafte Depressionen.
Die EKT ist eine Behandlung mit elektrischem Strom. Das Gehirn des Patienten wird einem Stromstoß von 70 bis 120 Watt ausgesetzt. Es folgt ein Krampfanfall, der die depressiven Symptome in etwa 90 Prozent der Fälle lindert. Die Behandlung erfolgt unter Vollnarkose, außerdem erhält der Patient Medikamente, welche die Muskeln entspannen. Eine EKT wird in Deutschland nur von spezialisierten Zentren und in den meisten psychiatrischen Universitätskliniken angeboten. Normalerweise besteht die EKT aus einer Serie von sechs bis zwölf Behandlungen im Abstand von zwei bis drei Tagen.
Der Wirkmechanismus der EKT ist noch ungeklärt. Bislang ist bekannt, dass sie die Hirndurchblutung, die bei einer schweren Depression vermindert sein kann, verstärkt, was möglicherweise antidepressiv wirkt. Nachgewiesen wurde auch, dass körpereigene Eiweiße, so genannte Neuropeptide, im Gehirn verstärkt freigesetzt werden. Diesen Neuropeptiden wird ein beruhigender Effekt zugeschrieben. Auch einige Neurotransmitter werden verstärkt ausgeschüttet. Außerdem erhöht sich die Rezeptordichte für Neurotransmitter, die an der Depression beteiligt sind. Das Zusammenspiel dieser Wirkweisen scheint für den antidepressiven Effekt der EKT verantwortlich zu sein.