Info-Center / Medikamente

Antidepressiva / Allgemeine Informationen
Übersicht:
- Antidepressiva machen NICHT süchtig
- Wirkung von Antidepressiva
- Verschiedene Antidepressiva. Warum und welche?
- Antidepressiva in der Schwangerschaft
- Wie schnell wirken Antidepressiva?
- Antidepressiva eigenständig absetzen?
- Einnahme über Jahre hinweg
- Antidepressiva und Job
- Antidepressiva in den Wechseljahren
- Antidepressiva und Sport
Antidepressiva sind Medikamente, die vor allem (aber nicht nur) bei Depressionen und Angsterkrankungen helfen. Mitunter werden sie auch bei anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt, wie z.B. Schizophrenie.
Antidepressiva allein lösen keine Probleme, jedoch ermöglichen sie dem Betroffenen seinen Alltag wieder zu bewältigen.
Sie gehören zur Gruppe der Psychopharmaka, was einigen Menschen Angst macht, da dies mit Schlaf- und Beruhigungsmittel verbunden wird. Wiederum verbunden mit der Annahme dass mit der Einnahme eine Ruhigstellung und Wesensveränderung einhergeht. Dast stimmt jedoch nicht!
Antidepressiva machen NICHT süchtig
Sie machen nicht süchtig oder abhängig und sie verändern auch nicht die Persönlichkeit. Auch wenn sie zur Gruppe der Psychopharmaka gehören, sind sie keine Benzodiazepine (Schlaf- und Beruhigungsmittel), welche bekannterweise bei längerer Einnahme süchtig machen. Antidepressiva hingegen können über Jahre hinweg ohne Suchtrisiko eingenommen werden.
Wirkung von Antidepressiva
Sie beeinflussen die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin (Erklärung hierzu unter dem Menüpunkt "Was passiert im Kopf"), die bei psychischen Erkrankungen oftmals aus dem Gleichgewicht geraten sind. Antidepressiva regulieren die Botenstoffe wodurch viele weitere Prozesse im Gehirn angeregt werden.
Es gibt verschiedene Antidepressiva. Warum? Welche gibt es?
Es gibt Antidepressiva bereits seit den 50ern. Bis heute hat die Forschung jedoch Fortschritte gemacht und so fand (und findet) eine stete Weiterentwicklung statt. So wurden Präperate mit z.B. weniger Nebenwirkungen und auch unterschiedlichen Wirkansätzen entwickelt. Und da die Wirksamkeit von Betroffenen zu Betroffenen unterschiedlich sein kann, sind verschiedene Ansätze auch zwingend erforderlich.
Die verschiedenen Antidepressiva haben wir im Menüpunkt "Antidepressiva - Arten" näher erörtert.
Antidepressiva in der Schwangerschaft
Ob Antidepressiva während einer Schwangerschaft eingenommen werden dürfen, kann nur der Facharzt im jeweiligen Einzefall entscheiden. Manche Schwangere, die unter Depressionen oder Angsterkrankungen leiden, müssen nach Abwägung aller Risiken medikamentös behandelt werden. Es gibt eine Studie, welche ergeben hat, dass Frauen, die in der Schwangerschaft ihre Antidepressiva absetzen, eine erhöhte Rückfallgefahr aufweisen.
Also, bespreche dieses Thema unbedingt mit Deinem Arzt und Deinem Gynäkologen. Eine allgemein gültige Vorgehensweise gibt es nicht.
Wie schnell wirken Antidepressiva?
2 bis 4 Wochen Zeit und Geduld sind erforderlich.Darüber hinaus ist der Zeitpunkt, ab wann eine Wirkung eintritt, auch individuell unterschiedlich.
Bis zur gewünschten Wirkung ist es ganz besonders wichtig, dass Angehörige der Betroffenen ein Auge auf diese haben. Wenn sich die Symptome der Depression oder Angststörung nicht nach spätestens 4 Wochen gebessert haben, sollte man mit seinem Arzt über ein anderes Präparat sprechen.

Antidepressiva eigenständig absetzen?
Auf keinen Fall darf man diese Medikamente selbständig absetzen! Lediglich Dein Arzt kann die Dosierung und den Umgang bestimmen. Befolge unbedingt seine Anweisungen.
Grundsätzlich müssen Antidepressiva über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, damit es zu keinem Rückfall kommt. Selbst wenn die Symptome abgeklungen sind, gehen Experten davon aus, dass Antidepressiva noch mindestens 6 bis 9 Monate weiter eingenommen werden müssen. Und dies kann individuell natürlich auch noch stark variieren.
Auch das "verordnete" Absetzen erfolgt nicht von heute auf morgen, sondern langsam und kontrolliert.
Einnahme über Jahre hinweg
Antidepressiva können problemlos über Jahre hinweg eingenommen werden. So können manche Betroffene das Medikament bereits nach einem Jahr absetzen, bei anderen hingegen ist es besser, die Einnahme über längere Zeit zu vollziehen, um einem Rückfall entgegenzuwirken.
Antidepressiva und Job
Wenn die Symptome nachgelassen haben, kannst Du durchaus wieder Deinem gewohnten Alltag nachgehen und so auch z.B. an Deinen Arbeitsplatz zurückkehren. Wichtig ist, dass Du Dich selbst stabil genug fühlst. Meistens tut es auch gut, einen geregelten Tagesrhythmus zu haben und unter Menschen zu sein.
Antidepressiva in den Wechseljahren
Bei einer entsprechenden Diagnose spricht nichts gegen die Einnahme von Antidepressiva in den Wechseljahren. Manche Präparate lindern sogar die Hitzewallungen. Betroffene Frauen sollten mithin unbedingt mit ihrem Gynäkologen sprechen, denn auch eine Hormonersatztherapie kann für eine gewisse Zeit manchmal sinnvoll sein.
Oftmals erscheint eine Kombination von Antidepressiva, Hormonen und Psychotherapie als sinnvolle Vorgehensweise.
Antidepressiva und Sport
Sport ist auf jeden Fall immer gut! Durch die Bewegung werden im Körper chemische Veränderungen bewirkt und Glücksbotenstoffe im Gehirn freigesetzt.
Sport ist kein Ersatz für die medikamentöse Behandlung, aber Sport kann den Prozess der Genesung erheblich unterstützen.