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Hypericum perforatum
Johanniskraut
Seit mehreren Jahren wird auch Johanniskraut (Hypericum perforatum) häufig für leichte bis mittelschwere Fälle angewandt. Die Wirksamkeit von Johanniskraut in der Therapie der Depression ist aber umstritten. Es gibt sowohl klinische Studien, die eine Wirksamkeit belegen, als auch solche, die keine Überlegenheit gegenüber einem Placebo zeigen.
Sehr kritisch wird Johanniskraut vom Arznei-Telegramm beurteilt. Dieses fasste 2005 alle bis dahin vorliegenden Studien zusammen und kam zu dem Schluß: Kumulierte Daten lassen eine allenfalls minimale Wirksamkeit von Johanniskraut (JARSIN u.a.) gegenüber Plazebo in der Therapie der Depression erkennen.
Wesentlich mag hier auch die Dosis sein: Einige Studien gehen von mindestens 900 mg Extrakt bis hin zu 1800 mg Johanniskrautextrakt aus. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Mittel sollte man vorher Rücksprache mit dem Verordner halten. Durch die Enzyminduktion in den Leberzellen werden auch viele andere Medikamente schneller abgebaut und in ihrer Wirkung abgeschwächt. So ist es zum Beispiel für die Antibabypille, Macumar, Theophyllin, Midazolam und Digoxin.
Besondere Erwähnung verdienen Interaktionen von Johanniskraut mit anderen – potenteren – Antidepressiva: So konnte gezeigt werden, dass Johanniskraut die Wirkung von bestimmten trizyklischen Antidepressiva, wie Amitriptylin und Nortriptylin, durch Beschleunigung ihres Abbaus deutlich verringert.
Bei folgenden Substanzen wird durch Wechselwirkung mit Johanniskraut die Serotoninkonzentration im Zentralnervensystem erhöht, was unter Umständen zu einem lebensbedrohlichen Serotonin-Syndrom führt: Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin, Citalopram, Mirtazapin, Venlafaxin, Metoclopramids und Trazodon und weitere.
Nicht unerwähnt sollte auch bleiben, dass sich die Lichtempfindlichkeit durch die Einnahme von Johanniskrautextrakt erhöht.
Abschließend sei jedoch erwähnt, dass heute Johanniskraut in Deutschland häufiger als jedes andere Antidepressivum verwendet wird.