Info-Center / Therapien

Diese Therapien sind bewegungstherapeutische Maßnahmen, die mit geeigneten Mitteln des Sports gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen kompensieren und regenerieren sowie Sekundärschäden vorbeugen und gesundheitlich orientiertes Verhalten fördert.
Sie beruht auf biologischen Gesetzmäßigkeiten, bezieht besonders trainingswissenschaftliche, medizinische, pädagogisch-psychologische sowie soziotherapeutische Elemente mit ein und versucht, eine dauerhafte Gesundheitskompetenz herzustellen. Sporttherapie versteht sich in diesem Sinne als Heilmittel. (Definition "Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie")
Exkurs:
Artikel aus der "PSYCHOLOGIE HEUTE compact" (Heft 23 2009):
| DEM TRÜBSINN DAVONLAUFEN Hirnforscher beginnen zu verstehen, wieso Bewegung ein gutes Antidepressivum ist ... Körperliches Training hilft aber nicht nur bei moderaten Verstimmungen; es ist offenbar auch ein probates Mittel bei ausgewachsenen klinischen Depressionen - so wirksam wie ein modernes Antidepressivum, wie der amerikanische Psychiater James Blumenthal in einer Studie ermittelte. Die über 200 Teilnehmer der Studie erhielten entweder ein Fitnesstraining unter Supervision, das Medikament Zoloft oder Placebopillen. Bei fast der Hälfte der Trainierenden verschwand die Depression nach der vier Monate dauernden Therapie. Wirkt also ein Ausdauertraining wie ein Medikament? Diese Frage bewegt auch die biomedizinische Grundlagenforschung. Um die Wirkung eines Körpertrainings auf das Gehirn besser zu verstehen, studierten der amerikanische Psychobiologe Robert Duman und seine Mitarbeiter von der Universität Yale in New Haven das Verhalten chronisch gestresster Labormäuse, die sich "ängstlich und depressiv" verhielten. Mäuse mögen es, herumzurennen. Wenn sich die gestressten Nager in einer Tretmühle nach Belieben austoben durften, normalisierte sich ihr Zustand - genauso wie bei den Versuchstieren, die mit einem Antidepressivum behandelt wurden. Wie dir Forscher weiter feststellten, produzierten diejenigen Mäuse, die im Laufrad weite Distanzen zurücklegten, im Gehirn erheblich größere Mengen eines Proteinfaktors namens VGF als jene, die sich nur wenig bewegten. VGF (Vascular Growth Factor) ist ein körpereigener Wachstumsfaktor, von dem man vermutet, dass er Hirnzellen unterstützt. Möglicherweise schützt er aber auch vor einer Depression. Jedenfalls wurden gentechnisch veränderte Mäuse, die diesen Stoff nicht herstellen konnten, depressiv, selbst wenn sie im Laufrad rennen durften. Wurde aber diesen Mäusen eine dem VGF-Molekül analoge synthetische Substanz ins Gehirn gespritzt, so normalisierte sich ihr Verhalten so, als ob sie ein antidepressiv wirkendes Medikament erhalten hätten. Duman und seine Kollegen schließen daraus, dass ein intensives Körpertraining die Produktion von VGF im gehirn ankurbelt und dieser Faktor wie ein körpereigenes Antidepressivum wirkt. Ein Fitnesstraining fördert aber nicht nur die Produktion von VGF und anderen Wachstumsfaktoren, sonder auch die Bildung von neuer Nervenzellen (Neuronen). Betroffen ist vor allem der Hippocampus, ein im Schläfenlappen gelegener Hirnteil, von dem man weiß, dass er bei chronischem Stress und bei Depressionen schrumpft, weil Neuronen absterben. Im Hippocampus gesunder Mäuse hingegen werden die verkümmerten Neuronen wieder durch neue ersetzt, die sich aus neuronalen Stammzellen bilden, sodass das Hirnvolumen konstant bleibt. Dieser "Neurogenese" genannte Prozess ist bei chronischem Stress und schweren Depressionen eingeschränkt; er kann aber durch antidepressiv wirkende Medikamente reaktiviert werden. Nun entdeckte der kalifornische Neurobiologe Fred Gage mit seinen Mitarbeitern, dass die Neurogenese nicht nur durch Antidepressiva, sondern ebenfalls durch Fitnesstraining angeregt werden kann - auch beim Menschen. Die Forscher wiesen nach, dass ein zwölf Wochen dauerndes Fitnesstraining bei elf zuvor eher inaktiven Männern und Frauen zu messbaren Veränderungen im Hippocampus führte - insbesondere in einem Teilbereich namens Gyrus dendatus. Gage sieht darin einen Beleg für die Neubildung von Neuronen im menschlichen Gehirn. Fazit: Es wird immer deutlicher, in welchem Ausmaß unser bewegter Körper auf Seele und Geist einzuwirken vermag. |