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Schlafentzug

Ein Schlafentzug wirkt bei sehr vielen Menschen mit depressiven Störungen. Etwa zwei Drittel der Betroffenen verspüren nach einer durchwachten Nacht am nächsten Morgen eine deutliche Besserung. Allerdings hält die stimmungsaufhellende Wirkung in aller Regel nicht länger als einen Tag an.

Warum Schlaflosigkeit die Stimmung hebt, ist noch nicht endgültig geklärt. Eine wichtige Rolle scheint das Ausbleiben des sogenannten REM-Schlafes zu spielen. Diese relativ leichte Schlafphase tritt vorwiegend in den frühen Morgenstunden auf und ist durch schnelle Augenbewegungen (englisch = rapid eye movements, kurz REM) sowie lebhafte Träume gekennzeichnet. In dieser Zeit verändert sich auch die Freisetzung von Botenstoffen im Gehirn: Serotonin, bei Depressiven ohnehin nur in geringer Menge vorhanden, wird abgebaut. Wird der REM-Schlaf aber verhindert, kann Serotonin nicht abgebaut werden und am nächsten Morgen bleibt das Stimmungstief aus.

 

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